TÜV New Mobility City Award – Innovative Daten-Analysen der Initiative für sichere Straßen ermitteln die nominierten Kommunen

Bonn, den 7.5.2026

Der TÜV-Verband vergibt erstmals gemeinsam mit der Initiative für sichere Straßen den Award „New Mobility City“, einen bundesweiten Preis für Städte und Gemeinden mit besonders nachhaltigen Mobilitätskonzepten. Ausgezeichnet werden Kommunen, die mit zeitgemäßen Maßnahmen zu mehr Verkehrssicherheit, nachhaltiger Stadtentwicklung und hoher Lebensqualität beitragen.

Am 10. Juni werden die Sieger dieses hochkarätigen Preises gekürt, gerade wurden die Nominierten veröffentlicht (Hattersheim am Main, Lünen, Braunschweig, Fürth, Mannheim, Rostock, Dortmund, Duisburg, Details s.u.). Möglich macht die Vergabe dieses Awards erst eine neuartige, neutrale und wissenschaftlich fundierte Bewertungsmethodik, die quantitative Mobilitäts- und Verkehrssicherheitsdaten mit einer qualitativen Beurteilung durch Fachexperten verbindet. Dabei werden Mobilitäts- und Unfalldaten sowie weitere zentrale Indikatoren zur Qualität kommunaler Mobilität berücksichtigt, wie bspw. Sicherheit auf hochfrequentierten Schulwegen, öffentlicher Personennahverkehr, Radinfrastruktur, Querungshilfen, reale Geschwindigkeitsniveaus sowie der Gefahrenscore (eine Risikobewertung jedes Abschnitts des gesamten Straßennetzes). Die zugrunde liegende Methodik wurde von der Initiative für sichere Straßen GmbH aus Bonn in Kooperation mit dem TÜV Verband entwickelt und erstmals für den New Mobility City Award eingesetzt.

Neuer Mobilitätspreis würdigt lebenswerte und sichere Städte

Städte und Gemeinden stehen unter erheblichem Druck: stagnierende Unfallzahlen mit vielen Toten und Verletzten, Konflikte um Verkehrsflächen, Anforderungen an Klimaschutz und Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig verändert sich der Straßenverkehr mit mehr Radverkehr, Mikromobilität und neuen Bedarfen für die Elektromobilität. Der TÜV Award New City Mobility ermöglicht erstmals einen datenbasierten, bundesweit vergleichbaren Blick auf kommunale Verkehrsplanung. Ziel ist es dabei, gute Beispiele sichtbar zu machen und die Debatten über Mobilität und Stadtentwicklung mit Fakten zu bereichern.

Der TÜV Award „New Mobility City“ wurde vom TÜV-Verband in Kooperation mit der Initiative für sichere Straßen aus Bonn entwickelt und bewertet Mobilität als zentralen Faktor für Lebensqualität, Sicherheit und moderne Stadtentwicklung. „Grundlage der Auszeichnung ist eine umfassende, wissenschaftliche Auswertung realer Stadtpläne, Mobilitäts- und Unfalldaten. Darüber hinaus werden von der Jury innovative Gesamtstrategien und Einzahlmaßnahmen für die kommunale Verkehrsplanung berücksichtigt“, erklärt Arno Wolter von der Initiative aus Bonn. Die Preisverleihung findet am 10. Juni 2026 im Rahmen der Mobilitätskonferenz MobiCon in Berlin statt.

So funktioniert die Bewertung beim TÜV Award „New Mobility City“

Der Preis basiert auf einem zweistufigen Verfahren:

  • Stufe 1 – Datenanalyse & Screening: Die Initiative für sichere Straßen analysiert bundesweit einheitliche Mobilitäts- und Unfalldaten sowie Indikatoren wie z.B. Infrastrukturqualität, Durchschnittsgeschwindigkeiten und ÖPNV-Anbindung. Auf Grundlage dieser Daten und eines telefonischen Interviews entsteht eine Shortlist der stärksten Kommunen für alle Kategorien.
  • Stufe 2 – Präsentation & Juryentscheidung: Die nominierten Städte stellen ihre Mobilitätsstrategien in einem kurzen Pitch der Jury vor; qualitative Eindrücke werden mit den Daten verknüpft.

Eine Bewerbung ist nicht erforderlich, da die Vorauswahl vollständig datenbasiert erfolgt. Damit wird ein fairer, objektiver Vergleich gewährleistet.

Die Nominierten des New Mobility City Award 2026 in drei Kategorien lauten:

Kategorie „Regionalräume“ – Kommunen in Stadtregionen/Umland und in ländlichen Regionen

  • Hattersheim am Main: Flächendeckendes Tempo 30, sichere Schulwege und eine klare Priorisierung des Fuß- und Radverkehrs. Die Maßnahmen greifen systematisch ineinander und stärken Verkehrssicherheit und Lebensqualität.
  • Lünen: Lünen verfolgt einen integrierten Ansatz aus Mobilitäts-, Klima- und Smart-City-Strategien. Die Umsetzung erfolgt schrittweise über Pilotprojekte und Kooperationen mit Fokus auf Verkehrssicherheit und Alltagstauglichkeit.

Kategorie „Metropolräume“ – Hauptpreis für Regiopole und Großstädte

  • Braunschweig: Integrierte Planung und datenbasierte Steuerung prägen die Mobilitätsstrategie der Stadt. Der Mobilitätsentwicklungsplan 2035+, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Schulstraßen sowie die Verknüpfung von Verkehrssicherheit, Klimaschutz und Lebensqualität greifen systematisch ineinander.
  • Fürth: Fürth verfolgt eine datenbasierte und strategisch gesteuerte Mobilitätsentwicklung auf Grundlage klarer Leitbilder. Ein integrierter Ansatz mit Fokus auf Verkehrssicherheit, Klimaanpassung und Lebensqualität sowie die Priorisierung des Fußverkehrs prägen die Umsetzung.
  • Mannheim: Mannheim verankert die Mobilitätswende strategisch im Stadtraum auf Basis eines klaren Leitbilds und politisch legitimierter Masterpläne. Die Neuordnung des öffentlichen Raums, die Stärkung des Umweltverbunds und Ansätze zur Bürgerbeteiligung treiben die Entwicklung voran.
  • Rostock: Rostock setzt auf einen integrierten Ansatz aus Verkehrssicherheit, Klimaschutz und sozialer Teilhabe. Infrastrukturelle Maßnahmen werden mit Kommunikationskampagnen und aktiver Bürgerbeteiligung verknüpft.

Kategorie „Mobil mit Herz“ – Sonderpreis für Kommunen ab 500.000 Einwohner:innen

  • Dortmund: Dortmund treibt den Wandel der Mobilität mit klaren Prioritäten und strategischer Verankerung voran. Maßnahmen zur Schulwegsicherheit und der Aufbau eines stadtweiten Velorouten-Netzes übersetzen langfristige Planung in konkrete Verbesserungen im Alltag.
  • Duisburg: Duisburg entwickelt Mobilität unter herausfordernden Rahmenbedingungen pragmatisch und sicherheitsorientiert weiter. Ein schrittweiser Transformationsansatz mit Fokus auf Verkehrssicherheit zeigt sich unter anderem in Projekten wie dem Shared Space am Opernplatz und der qualitätsorientierten Umsetzung von Fahrradstraßen.

Interdisziplinäre Jury

Die Jury vereint Expertise aus Politik, Wissenschaft, Stadtentwicklung und Zivilgesellschaft – darunter:

  • Saskia Esken, MdB (SPD), Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung, Familie, Frauen, Senioren und Jugend
  • Prof. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des ETSC
  • Prof. Dr. Christine Sutter, Deutsche Hochschule der Polizei
  • Prof. Andreas Kipar, CEO LAND
  • Ulyana Vynyarchuk, EIT Urban Mobility
  • Dirk Hendler, Blicki e. V.
  • Britta Jansen, Strategieberatung Smarte Zukunft TÜV Rheinland
  • Gerhard Müller, Präsident CITA und Leiter Politik und Wirtschaft TÜV SÜD
  • Bernd Rimpl, Leiter der Technischen Prüfstelle TÜV NORD

Die Zusammensetzung gewährleistet eine unabhängige und breit abgestützte Bewertung.

Pressekontakt:

Jörn Wolter  
Initiative für sichere Straßen GmbH 
Matthias-Grünewald-Str. 1-3 
53175 Bonn 
Telefon: 0228-76 38 69 00 
E-Mail: presse@sichere-strassen.org